Ausflug nach Oldenburg: Warum die Stadt im Februar so begehrt ist

Emblem Grünkohlkönigin der Oldenburger Rohrleitungstage

Es ist wieder so weit. Nebel, ein wolkenverhangener Himmel, Windböen, eiskalter Nieselregen. Schnee ist angekündigt. Die Pfützen auf der Straße und den Gehwegen sind zum Teil noch gefroren. Man muss aufpassen beim Aussteigen aus dem Auto. Obwohl – wer einen Parkplatz hat, kann sich glücklich schätzen.

Unbemerkt vom Rest der Republik vollzieht sich alljährlich Anfang Februar das gleiche Spektakel. Oldenburg ist im Ausnahmezustand. Wohin man schaut: Fahrzeuge mit Firmenlogos. Die Autos bevölkern Straßen und Gehwege, sie stehen in Wendekreisen und Einfahrten, die öffentlichen und Hotel-Parkhäuser sind voll belegt, selbst der große Sonderparkplatz an der Stadthalle ist zugeparkt. Radfahrer leben jetzt gefährlich. Denn die Fremden lauern auf freie Plätzchen und haben keine Augen für die Unmengen an Zweiradfahrern auf den Geh- und Radwegen. Immer wieder kommt es zu quietschenden Bremsmanövern und erschrockene Radfahrer fahren kopfschüttelnd und schimpfend weiter. Auch die Hotels im weiten Umkreis sind von Mittwoch bis Freitag ausgebucht. Die meisten Hotelgäste haben schon im Vorjahr gebucht. Sicher ist sicher.

Kröten für die Stadtkasse

Auslöser des Auflaufes ist kein Pop-Konzert, auch kein Fußballspiel und es findet auch keine Krötenwanderung statt. In gewisser Weise vielleicht doch. Die Kröten, die hier für zwei Tage in die Säckel der Stadt und der Hotels wandern, kommen aus ganz Deutschland. Ebenso aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien.

Die Politessen sind im Ausnahmezustand und schieben Sonderschichten. Schon frühmorgens lauern sie in den Straßen rund um die Fachhochschule, denn hier machen sie in den beiden Tagen richtig Beute. Sie kennen sich aus. Sie machen das ja nicht zum ersten Mal.  Ihre Taschen sind gefüllt mit Ersatzblöcken und Papierrollen. Als Autofahrer könnte man fast den Eindruck erhalten, hier finde ein Wettbewerb der Kontrolleure und Politessen statt. Dabei hat die Oldenburger Stadtverwaltung hier nur eine Sondereinnahmequelle entdeckt. Vielleicht können sie davon ja die großzügig angebotenen Shuttle-Fahrzeuge von der Stadthalle zur Fachhochschule gegenfinanzieren.

Das Oldenburger Rohrleitungsforum

Des Rätsels Lösung ist das Oldenburger Rohrleitungsforum. Seit nunmehr  27 Jahren veranstalten das Institut für Rohrleitungsbau (IRO) und die Fachhochschule Oldenburg jedes Jahr Anfang Februar den inzwischen weithin bekannten Fachkongress „Oldenburger Rohrleitungsforum“. Das Forum fand erstmalig 1987 statt und hat sich seitdem zu einer der wichtigsten Veranstaltungen der Branche entwickelt. Zu dem Fachkongress mit Ausstellung strömen Jahr für Jahr Anfang Februar rund 2500 Hersteller, Dienstleister, Verarbeiter, Tiefbauer, Versorgungstechniker, Fachplaner, Architekten, Vertreter von Energie-, Gas- und Wasserversorgern, Hochschullehrer sowie kommunale Entscheider in die Jade Hochschule nach Oldenburg, um sich mit Branchenkollegen zu treffen und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

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