„Der gestiefelte Kater“ und die moderne Wirtschaft

„Märchen“, sagt Angelika Albrecht, PR-Redakteurin in Bonn, „haben nicht nur Bedeutung für Kinder, sondern auch in vielfältiger Weise für die Wirtschaft.“ Und dann lacht sie: „Damit meine ich nicht, dass die Wirtschaft den Verbrauchern Märchen erzählen sollte. Vielmehr sind die Weisheiten von Märchen und Legenden oft auch im Firmenalltag und bei der Strategieplanung anwendbar. Das Wissen überlieferter Geschichten ist Teil der Volksweisheit.“

Der gestiefelte Kater: Ein altes Märchen und eine moderne PR-Geschichte

Es gebe ganz wunderbare Märchen, sagt sie. Der gestiefelte Kater beispielsweise sei eine solche Geschichte. Der Held dieser Geschichte ist nicht der mittellose Müllerjunge, der vom väterlichen Erbe nur den Mühlenkater abbekommt, sondern ein Kater. Ein Kater mit Grips und Witz und mit einem Herrn, der sein letztes Geld in dessen Idee investiert. Ein Kater, der ein Ziel hat, der sprechen, denken, kombinieren und spekulieren kann. Ein genialer Kater, der dank seines Verstandes, mutig und strategisch klug selbst den übelsten Tyrannen austrickst. Durch seine Geschichten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, gegenüber den richtigen Zielgruppen bereitet er seinem Herrn den Weg, organisiert diesem ein ganzes Königreich und schafft sich selbst den Posten des ersten Ministers.

„Der gestiefelte Kater“, eröffnet uns die PR-Expertin „ist eines meiner Lieblingsmärchen. Ich kenne kein Märchen, das mehr mit PR gemeinsam hätte. Heute würde man sagen: Eine typische Start-Up Geschichte: Ein Unternehmer mit einer Idee und einem Investor mit Mut, Strategie, dem richtigen Outfit, mit guter PR, Schlauheit und Durchhaltevermögen. Oder man könnte sagen: Eine typische PR-Karriere. Denn so – oder so ähnlich – funktioniert das auch heute noch, so schreibt man auch heute noch Firmengeschichte: Etwas tun, gut sein, überzeugen, die richtigen Körner streuen, die richtigen Geschichten zur richtigen Zeit den richtigen Zielgruppen erzählen.“

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